

…Es ist genau so, wie man es sich vorstellt - staubig, monochrom und etwas gruselig, wie in einem alten Film. Das Gestern hinter rauchigem Glas, in rostigem Blech, verwitterten Holzplanken, verschnörkelten Lettern und verjährten Jahreszahlen auf schiefen Grabsteinen.
Als wir dort waren, schien die Sonne unbarmherzig in das blassgrün-braungraue Szenario vor einem wolkenlos blauen Himmel. Aber es kann bitter kalt werden in der Goldgräberstadt, die ihre kurze Blüte Ende des 19. Jahrhunderts während des kalifornischen Goldrausches erlebte und nun als nostalgisches Zeugnis vergangenen Geistes neugierige Besucher in ihren Bahn zieht.
Tatsächlich scheint hinter milchigen Fensterscheiben, vor abgeblätterter Tapete, zwischen scheinbar gerade eben abgestellten Tassen und der aufgefalteten Zeitung von 1947 die Vergangenheit aufzuerstehen. Als ob sie gleich aus dem Zwielicht der offenen Zimmertür erscheinen und wie gewohnt ihren Tagesgeschäften nachgehen wollten, die Geister von damals. Dabei sind sie längst verschwunden, mit dem Versprechen des Goldes, das hier viele Enttäuschte vergeblich suchten und nur einige wenige Glückliche tatsächlich fanden.
















Was hinterlassen wir wohl zukünftigen Generationen? Einen Haufen digitalen Müll? Viel hat sich ja nicht geändert. Immer noch suchen wir nach Gold, besonders in Kalifornien. Aurum wurde von Silizium abgelöst, für die Halbleiterindustrie ab den 60ern. Diese wiederum wichen den Dot Coms und schließlich den Adds.







Was kommt als nächstes? Vielen sagen, ein Erdbeben. Kalifornier sind ein eigentümliches Volk, das sich hartnäckig jeder simplistischen Definition entzieht. Eine Mischung von Ethnien, Sprachen und Kulturen. Risikofreudig und unkonventionell. In Flip-Flops und ohne Schlips und Kragen unterwegs. Everybody is doing well - heute so wie gestern und wohl auch morgen wieder - so sagen sie jedenfalls.










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