Meine Begeisterung für Second Hand Läden kennt Ihr ja nun schon. Dass diese Begeisterung bisweilen die Ausmaße einer Obsession annehmen kann, will ich nicht leugnen. Aber fangen wir doch von vorn an...
...Second Hand Läden - hier heißen sie Thrift Shop oder Goodwill - bergen, (anders als in Deutschland, wo sie mich kaum interessierten) bisweilen wahre Schätze, von denen ich Euch im Folgenden einige vorstellen will.
Altes Silberbesteck mit ganz unterschiedlichen Mustern kann man wunderschön wieder neu zusammenwürfeln. Und besonders elegant mit ganz schlicht weißem Porzellan in Szene setzen.


Der eine hatte seinen Originaldeckel, zum anderen fand ich kurioserweise gleich einen passenden gelben. Fast gefallen mir diese von der Form her besser als die so gehypten von Le Creuset. Die Henkel sind wirklich originell und den Deckel kann man gleich als Untersetzer benutzen.


Während ich einfach Spass am Bummeln habe, mich treiben lasse - neugierig, was das Schicksal mir in die Hände treibt - sind die meisten Thriftshop Klienten, in Deutschland wären es Sozialhilfeempfänger, tatsächlich auf der Suche nach Alltagsgegenständen, die sie sich neu nicht leisten könnten.
Bald jedoch war ich dann ganz gezielt auf der Pirsch im Trödeldschungel. Vielleicht als Reaktion auf die amerikanische, fast schon zwanghafte Konsumkultur. Sich ganz zu immunisieren gegen den Kaufkult, das gelingt mir nicht.

Indem ich jedoch meine Kauflust auf Gebrauchtes richte, muss ich kein schlechtes Gewissen haben und keine Angst vor Fehlkäufen. Verliert das Gekaufte seine Faszination doch irgendwie, dann bringe ich es einfach wieder zurück und helfe damit denen, die es nötig haben. Ein finanzielles Fiasko droht einem ja kaum, bei durchschnittlichen Preisen um die 2 Dollar.
Außerdem reizt mich das Zufällige oder gar Schicksalhafte dieser Orte. Nie weiß man, was einen erwartet. Es gibt kein festes Angebot und keine Lieferfristen. Trotzdem meine ich, merkwürdige Muster zu entdecken. Da habe ich beispielsweise einen Monat lang überall Goldrahmen in einer bestimmten Größe gefunden. Jetzt sehe ich sie nirgends mehr. Wahrscheinlich hängen alle im Raum San Francisco abgelegten Goldrahmen jetzt in meiner Küche.


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| ehemals Drahtkorb - nun Lampenschirm |
Mich reizt das Unerwartete, das Unsortierte, das Entkontextualisierte, aufgrund des Potentials, in neuer Funktion oder in neuer Zusammenstellung zum Überraschenden, Originellen und Besonderen zu werden.

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