Dienstag, 5. November 2013

geschlemmt, gestaunt, genossen

stairways to heaven
20:32 Uhr. Draußen hat sich die Sonne seit der Zeitumstellung schon früh verabschiedet. Drinnen duftet es noch nach Abendessen. Pilze und Ei en cocotte und Schokoladen-Maronen-Muffins. Heute nichts Spezielles...
...Ich schreib Euch trotzdem was. Dies und jenes. Die vergangenen zwei Wochenenden Revue passieren lassen und für Euch hightlighten.
Samstag vor einer Woche waren wir in Tomales Bay zum Auster-Picknick. Wie in alten Zeiten arbeitet hier der Mensch im Schweiße seines Angesichts für sein täglich Brot.
Und genießt dann die Frucht seiner Arbeit. Ein schlichtes, ehrliches Mal. Direkt von Mutter Natur. Nachgespült wird mit Champagner. 
Den Sonntag verbrachten wir im wolkenverhangenen, kühlen SF. Im De Young Museum gab's Kunst vom ipad und iphone. Das könne er auch, meinte mein Mann. Vielleicht gibt's dann demnächst seine digitalen Zeichnungen in internationalen Ausstellungsstätten zu bewundern. (Seine Pinguine sind tatsächlich nicht schlecht!) 
Zur Verdauung der Kunst schlenderten wir anschließend durch die Aids Memorial Grove. Es kann doch niemand besser mit Form und Farbe umgehen, als die Natur. Alles andere ist mehr oder weniger gelungene Imitation.
An diesem Ort herrscht ewiger Herbst. Trauer. Aber auch Trost. Wir verlassen den Garten durchflutet von innerer Ruhe und einer Ahnung von Ewigkeit. 
Letzten Samstag zog es uns wieder nach San Francisco. Ein dicker Wolkenschleier umhüllte die Stadt, verhüllte die Sicht in die Ferne und zwang den Blick aufs Detail. Wir kosteten japanische Backwaren und erstanden handgeschöpftes Papier mit Blüteninlays.
Irgendwie haben wir uns in den Nebelschwaden und den Hügeln San Franciscos verfranzt und erkundeten eine Gegend, wo wir vorher noch nie waren. Überall Treppen. Wir stiegen in den Himmel und dann plötzlich, innerhalb von Minuten lichtete sich der Nebel, Sonnenstrahlen blitzten und vor uns tat sich uns diese 360 Grad Aussicht auf:
Manche Dinge im Leben scheinen mir düster...
 ...doch sind sie in Wahrheit nur zeitweilig im Nebel...
 ...der, wenn er sich lichtet, den Blick frei gibt...
...auf ungeahnte Weiten...
 ...und sonnige Perspektiven...
  ...es braucht jedoch etwas Geduld beim Treppensteigen durch dunkle Wolken...
 ...ohne den Mut zu verlieren...
...und den Glauben an den Sonnenschein, der jeden Augenblick durchbrechen kann.
Und wieder einmal denke ich: Was habe ich doch für ein unsagbares Glück, an einem so wundervollen Ort zuhause zu sein.
Und dann ging es die Himmelsleiter wieder runter.
Am Tag darauf waren wir am Meer. Die Seelöwen von Santa Cruz machten es vor, wir machten es nach: die Nase in die salzige Brise strecken, Herbstsonne tanken und den Sonntag genießen. 

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