Donnerstag, 5. Februar 2015

Zweierlei Rüben marokkanisch

Wer's vegetarisch, herzhaft mit süss-saurer Note, nordafrikanisch scharf gewürzt mag und außerdem langwierige Küchenarbeit scheut, der muss Tajine eigentlich lieben. Eine solche gab's gestern zum Abendessen. Bevor wir uns gut gesättigt pappsatt zu TJ aufmachten. Aber Einkaufen soll man ja lieber mit vollem Magen…

…Die folgende marokkanische Köstlichkeit hat uns beiden für zwei Mahlzeiten gereicht. Wie gesagt, sehr geringer Arbeitsaufwand. Erst 15 Minuten lang Action - Schnippeln und Rühren -, aber dann eine Stunde lang Langweilen - oder Lesen, Laufen gehen, Telefonieren - oder Blogpost verfassen.
In einem gusseisernen Topf eine grob gehackte Zwiebel in 3 Esslöffel Olivenöl 
anschwitzen. Wenn die Zwiebel glasig wird, 3 gepresste Knoblauchzehen, ein daumengroßes Stück geriebenen Ingwer (oder einen Teelöffel Ingwerpulver), einen Esslöffel Zimt, einen Teelöffel Kümmel, 2-3 Esslöffel Ras el-Hanout und etwas Salz dazugeben. Dann mit einer großen Dose Tomatenstücke und einer eingelegten Zitrone (in Achteln) ablöschen und aufkochen lassen. Nun das grob zerteilte Gemüse (ich hatte Möhren und Mairüben), die Trockenfrüchte (bei mir waren es eine Handvoll Rosinen und 10 geviertelte Aprikosen), zwei Hände voll gekochte Kichererbsen unterrühren. Darauf achten, dass das Gemüse gut mit Tomatensoße bedeckt ist und zugedeckt bei kleiner Hitze etwa eine Stunde köcheln lassen.
Als Beilage passt Quinoa, Couscous oder Hirse. Vor dem Servieren mit gerösteten Mandeln, Pinien- oder Cashewkernen, sowie mit gehackten frischen Kräutern (Koriander oder Minze) bestreuen.
Ich kann mir 1001 Varianten mit unterschiedlichen Gemüsekombinationen vorstellen (Kürbis, Zucchini, Kartoffeln, Blumenkohl etc). Also perfekt, um den Kühlschrank auszumisten. Und damit's garantiert gelingt, hier noch ein paar Geheimtipps:
1. Das Süsse (Aprikosen, Rosinen, Zimt) immer mit etwas Scharfem (Ras el-Hanout, Chili, Harissa, etc) ausbalancieren.
2. Think big. Das Gemüse nicht zu klein schneiden, lieber in grobe, gleich große Stücke. Sieht besser aus und schmeckt besser.
3. Kein Stress. Gemüse lange und bei niedriger Hitze, zugedeckt schmoren lassen.
4. Nicht Spicken. Wird der Deckel zu häufig gelüftet, entweichen Kochdampf, Hitze und Aromen. Also geduldig sein und Vertrauen haben.
5. Vorsichtig umrühren. Besonders, wenn das Gemüse gegen Ende der Garzeit schon recht weich ist. 
6. Ras el-Hanout. Diese vom marokkanischen Ladenchef höchstpersönlich gemixte Geheimzutat verleiht der Tajine das gewisse Etwas.

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